Die Zielgruppe definieren

27.10.2017

 

 

 


In jedem Workshop, jedem Seminar, jedem Podcast hört man, in meinem Fall als Fotografin:

"Definiere deine Zielgruppe!"

Ja hm. Wie macht man das am besten? Wie soll ich das anstellen?

Erstmal definiert sich die Zielgruppe schon darüber, was du anbietest. Es gibt auch in der Fotografie verschiedene Kategorien: Portrait, Hochzeit, Image, Landschaft, ... etc.

Unterschiedliche Fotografen bieten unterschiedliche Themen an, sind in unterschiedlichen Bereichen "Experten".

Als nächstes definiert sich die Zielgruppe über den Preis. Das ist eigentlich der Punkt an dem ich ansetzen möchte. Anfänglich habe ich für Shootings natürlich kein Geld genommen. Meistens hatte ich Freunde vor der Linse und hatte einfach Bock zu Shooten.
Mittlerweile ist das und da bin ich froh darüber, etwas anders. Natürlich gehört es zur Selbstständigkeit dazu sich zu definieren und auch preislich einzugliedern.

Da ich ebenso noch am Anfang stehe, gibt es immernoch die ein oder anderen Fragen wie: Können wir da am Preis nochmal was machen?
Ja ich bin ehrlich, diese Frage wird nicht nur mir bekannt vorkommen, sondern auch anderen Fotografen.

Und was passiert jetzt?

Sagt man "Ja" verkauft man sich.
Immerhin definiert man sich und seine Arbeit über den Preis. In meinem Fall will man weder abheben, noch hochnäsig wirken aber sehrwohl bekommen, was man verdient. Man hat sich sein Wissen hart erarbeitet, hat eine gute Ausbildung genossen, bildet sich ständig weiter und will ernst genommen werden. Jetzt "Ja" zu sagen, wäre so, als würde man sich selbst ein Bein stellen. Sich selbst einfach mal, ja grob gesagt verarschen.
Und gibt es ein schlechteres Gefühl (und das wird jeder selber kennen) als das, dass man sich selbst nicht stärkt, nicht hinter sich selbst und in dem Fall, hinter seiner Arbeit steht?

Sagt man "Nein" wirkt man arrogant.
" Jetzt hat die erst angefangen und will schon so viel Geld - was denkt die sich!" - und dann, passiert folgendes: Diese Meinung geht die Runde vorallem in so Dörferln wie dort, wo ich lebe. Und die Menschen stempeln einen ab. Mein Lieblingsvorurteil in meinem Heimatort: "Die Tukovics' glauben auch, sie sind etwas Besseres!"
Klar - definitiv drüber stehen. Da bin ich voll und ganz dieser Meinung.
Was ich aber nicht mag, einfach nicht leiden kann: Wenn man Menschen nicht kennt und in eine Schachtel packt.

 


Jetzt erklärt mir mal jeder, der seine Arbeit liebt und sie gut verrichtet wie er sich fühlen würde, würde diese nicht gewürdigt werden?

Als Selbstständiger ist das natürlich was anderes.
Als Angestellter weiß man, was man bekommt - da macht der Chef die restl. Preise und dein Gehalt muss so oder so gezahlt werden. Würde dieser aber mal vorbeikommen und meinen: "Du, können wir an deinem Preis noch was machen? Immerhin muss ich sparen, theoretisch bist du einfach zu ersetzen, diesen Job können ja viele Menschen verrichten." Würde dieser meinen: "DEINE Arbeit ist es mir nicht wert, diesen Preis zu bezahlen." Wie würde man sich da als Angestellter fühlen?


Bei uns Gott sei Dank nicht möglich, jeder Lohn ist im Kollektivvertrag festgehalten und wenn man eine Info darüber braucht, kann man ja schnell mal im Internet nachsehen.

Aber wer sagt mir jetzt, was ein Bild von mir wert ist?
Wer weiß denn wirklich - wie viel Arbeit es ist bis man zu diesem Endprodukt kommt?

Selten jemand.

Will ich die Zielgruppe: "Ach wir gehen zur Julia - die macht schöne Bilder und ist günstig!"
Und sollte man sich zwischen zwei Fotografen entscheiden müssen: "Julia weil Billig?"

Oder will ich die Zielgruppe die meint: "Ich will Bilder von der Julia, ich mag den Stil, die Persönlichkeit und den Preis dafür, zahle ich gern!"

Ich denke, meine Antwort darauf ist ganz klar.
Und nein, ich will hier niemanden abstempeln der mich das gefragt hat. Einerseits versteh ich das sogar. In der heutigen Zeit schaut jeder auf sein Geld und muss sparen. Früher hätte ich mir auch gedacht "Naja für ein paar Fotos."

Heute weiß ich, wie lange ich an so einem Bild sitze, wie viel Mehrwert da dahintersteckt den natürlich Menschen, die nur das fertige Bild sehen, nicht kennen können.

Deshalb habe ich mich dort preislich eingegliedert. Viele meinen: "Ist ja immernoch zu wenig." Anderen ist es zu viel.

Und das ist total ok.

Aber, vielleicht hat euch dieser Blogpost ein bisschen näher in meine Welt gebracht um es zu verstehen.
Ist es euch preislich zuviel - kein Problem. Aber immer nachzuhacken ist oftmals dann schon unverschämt.


Ja ich bin jung und ja ich bin noch nicht 30 Jahre Selbstständig. Ich bin ein Mensch, der niemanden etwas schlechtes will, über den es aber jede Menge falsche Meinung gibt. Ich bin ein Mensch der oftmals schlecht "Nein" sagen kann (ganz klar mein Problem, ich weiß - ich arbeite dran ;) ) und der immernoch für alle Verständnis findet.


Aber ich bin gut und ernstzunehmen.
Ich bin zwar erst 22 Jahre alt, was aber nichts über meinen Charakter oder Sonstiges aussagt.
Jeder darf mich gerne kennenlernen und sich selbst eine Meinung bilden.

Und ja, je mehr ich mit auch fremden Menschen shoote die sagen: " Wow, wie genau du das machst, bei bisherigen Shootings war das nicht so!" desto mehr bestätigt es mich in meiner Arbeit.

Vielen Dank an alle meine bisherigen Models, auch die, die mir beim Portfolio erweitern geholfen haben. Vielen Dank an alle, die meine Arbeit und mich wertschätzen.

Alles Liebe und bis zum nächsten Mal,

eure Julia

 

 

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